Zutrittssysteme

Das Forum Velostationen empfiehlt derzeit Gemeinden und Trägerschaften von Velostationen, die auf der Suche nach einem Zutrittssystem sind, auf das System Velocity zu setzen. Mitte 2020 war Velocity bereits in dreiundzwanzig Velostationen in Betrieb.
Bevor erste Schritte für ein neues Zutrittssystem unternommen werden, empfehlen wir den Gemeinden mit dem Forum Velostationen Schweiz Kontakt aufzunehmen: info[at]velostation.ch

Warum Velocity?

Velocity ist ein System für die Zutrittsverwaltung bei Velostationen, das auf dem SwissPass aufbaut. Velocity wurde von der Fondation des Parkings de Genève entwickelt.
Velocity ist eine Lösung, die:

  • extrem einfach umzusetzen, effizient, kostengünstig und bereits verfügbar ist. Das Produkt ist explizit dafür konzipiert, die Anforderungen der Velostationen zu erfüllen, zudem eignet es sich sowohl für kleine als auch für grosse Velostationen.
  • von einem öffentlich-rechtlichen Unternehmen angeboten wird und lässt sich somit in Städten ohne Ausschreibung freihändig erwerben (siehe unten).
  • alle im Anforderungskatalog einer Expertengruppe als «obligatorisch» definierten Kriterien erfüllt, mit einer Ausnahme – Kundenerkennung über Smartphone (derzeit nur mit der RFID-Karte SwissPass möglich). Dieses Element kann jedoch noch entwickelt werden.

Wie Velocity funktioniert
Das System arbeitet mit einer Web-App für die Buchung von Parkleistungen und mit dem SwissPass für den Zugang. Eine technische Analyse der Lösung Velocity (PDF) beschreibt die Funktionalitäten dieses Zutrittssystems für Velostationen.

Einkaufsbedingungen für Velocity System
Ein Beispiel für einen Vertrag mit den ungefähren Kosten dieser Lösung kann beim Forum Velostationen Schweiz angefordert werden.

Rechtliche Bedingungen für Gemeinden
Die Fondation des Parkings ist ein öffentlich-rechtliches, unabhängiges, vom Staat Genf kontrolliertes Unternehmen. Die Gemeinden können also dieses System ohne Ausschreibung freihändig erwerben, sofern der Kaufpreis die Summe von 150'000 Franken nicht übersteigt. Sobald die revidierte interkantonale Vereinbarung über das öffentliche Beschaffungswesen (IVöB 2019) für alle Kantone in Kraft tritt, höchstwahrscheinlich Ende 2021, können öffentliche Einrichtungen dieses System übernehmen, ohne eine Ausschreibung durchführen oder einen Rahmenvertrag unterzeichnen zu müssen, selbst wenn der Höchstwert von 150'000 Franken überschritten wird. Somit kann jede Stadt, die dies wünscht, dieses Produkt einführen, erst recht ab 2022.

Interkommunale Koordination empfohlen
Da sich das System noch weiter entwickeln lässt, empfiehlt das Forum den Städten, sich zu koordinieren, damit ihre Bedürfnisse berücksichtigt werden und das System entsprechend angepasst wird. Das Forum könnte die Koordination übernehmen.

Das Projekt „Velostationen: Optimierung der Zutrittssysteme und der nationalen Kompatibilität"
Diese Empfehlung folgt aus den Ergebnissen des Projekts „Velostationen: Optimierung der Zutrittssysteme und der nationalen Kompatibilität", das zwischen 2017 und 2018 und in einer zweiten Phase zwischen 2019 und 2020 durchgeführt wurde.
Das Ziel dieses Projekts von Pro Velo Schweiz bestand darin, zur Optimierung der Zugangssysteme der Velostationen beizutragen und eine Vereinheitlichung der Zutrittsverwaltung der Velostationen in der Schweiz zu initiieren. Dieses Projekt sollte zu einer kostengünstigeren Verwaltung sowie einem vereinfachten Betrieb beitragen.
Ein Anforderungskatalog und zwei Pflichtenhefte wurden verfasst, die den Prozess der Implementierung von Zutrittssystemen für Gemeinden vereinfachen. Des Weiteren sollen diese Dokumente  (unten verfügbar) es auch den Anbietern von Zutrittssystemen erlauben, die Bedürfnisse der Velostationen besser zu verstehen und ihre Produkte entsprechend zu adaptieren. Zudem wurde mittels einer Umfrage bei Anbietern eine erste Evaluation von Zutrittssystemen auf dem Markt durchgeführt. Die anschliessenden Empfehlungen basieren auf einer technischen Analyse und auf juristischen Überlegungen, denn die gewählte Lösung soll es ermöglichen, an den verschiedenen Velostationen der Schweiz kompatible Zutrittssysteme zu betreiben.

Das Projekt wurde durch das Bundesamt für Verkehr im Rahmen der durch die Koordinationsstelle für nachhaltige Mobilität KOMO ausgewählten Projekte unterstützt. Unterstützung erfolgt auch durch den Verband öffentlicher Verkehr (VöV), die SBB, die Caritas Luzern, der Conseil régional du district de Nyon, den Kanton Basel-Stadt sowie die Städte Bern, Burgdorf, St. Gallen, Thun und Zürich. Die zweite Phase des Projekts wurde auch von dem BAV sowie von den Gemeinden Bellinzona, Bern, Burgdorf, Bulle, Chur, Locarno, Renens, St. Gallen, Thun, Winterthur, Zürich und der SDOL (Stratégie et développement de l’Ouest lausannois) und der Région Nyon unterstützt. Wir danken herzlich!

Projekt-Dokumentation: